Vier todesmutige Abende von Allerheiligen bis zum Volkstrauertag

Die Heilkünstlerei: Auf der einen Seite Gräber, auf der anderen Seite die Straße und die Menschen, die vorbeiziehen. Eine Schnittstelle zwischen Leben und Tod. Ein idealer Ort, um einmal gemeinsam mit anderen über diese beiden „Todfeinde“ nachzudenken – gerade in dieser Zeit der Pandemie, des Krieges, des Leids, der Ängste.
Welche Auswirkungen hat unsere Zeit auf unser Miteinander; wie lange wird im kalten Winter und im dauernden Krieg die Solidarität Bestand haben?
Wie unterschiedlich gehen Menschen mit dem Tod und dem Sterben um?
Haben Kunst und Kultur eine besondere Funktion für unseren Umgang mit Tod und Vergänglichkeit?
Spenden Glaube, Kirche oder Religionsgemeinschaft noch Trost & Zuversicht?

In vier Veranstaltungen gehen wir diesen und anderen Fragen nach. Von künstlerisch-abstrakt über unterhaltsam bis ganz konkret im Gespräch:

Dienstag, 01.11.2022 (Allerheiligen), 19.00 Uhr
„Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“
Vor 100 Jahren uraufgeführt: In Friedrich Wilhelm Murnaus bahnbrechendem Stummfilm Nosferatu „erwächst das Grauen aus dem Vertrauten, nicht aus dem Abartigen.“ Mit seinen Bezügen zu Pestepidemie und Kriegserlebnissen und der Vampirfigur als Personifizierung kollektiver Ängste in einer politisch instabilen Zeit erscheint der Film erstaunlich aktuell.
Kinofilm / in Kooperation mit Movie in Motion
Live-Filmmusik von und mit Rolf Springer
Eintritt 10,-
Tickets auf https://www.movieinmotion.de/programm
AUSVERKAUFT!!!

Freitag, 04.11.2022, 19.00 Uhr
Bilder, Objekte, Texte, Klänge von/mit Detlef Bach, Michael Hoffmann, Karola Pasquay, Andy Dino Iussa
„The dark side of the moon“
Das Bild „Der rote Mond“ und andere Werke des Malers Detlef Bach bilden die Szenerie dieser Veranstaltung. Dazu kommt eine Serie von Schädel-Skulpturen von Michael Hoffmann mit dem Titel „zunächst“. Die eindringliche Wirkung der Arbeiten findet Widerhall in Klängen und Melodien von Karola Pasquay. Eine filigrane, abgründige Stimmung füllt den Raum, die Iussa mit Texten reflektiert, inspiriert von Canetti, Heiner Müller, Schlingensief, Friederike Mayröcker u.a.
Ein Cross-Over-Abend zwischen Anziehungs- und Abstoßungskraft der Vergänglichkeit.
Eintritt frei

Freitag, 11.11.2022, 19.00 Uhr
„DER TOD IST DAS EINFACHE – STERBEN KANN EIN IDIOT“
Das Leseduo Gin & Fizz betritt wortreich die verdrängte Welt des sicheren Todes. Zwischen Morgenstern (Christian) und Abendroth (Wolfgang) versuchen sie Trash mit Kunst, James Bond mit Artur Schopenhauer, Hass mit Liebe zu versöhnen – und das Leben mit dem Tod. Sie werden wohl unterhaltsam scheitern. Und darüber streiten, wie Künstler*innen mit dem Tod umgehen, welche Rolle die Vergänglichkeit für das Schaffen von Kunst spielt.
 „Ein opulentes Gedankenmahl, das auf hohem Niveau unterhielt“. (Münchner Merkur)
„Ein Abend zwischen Niveau und Nachmittags-Fernsehen“ (WZ)
Eintritt frei

Sonntag, 13.11.2022 (Volkstrauertag), 17.00 Uhr
Erzählsalon
„Unruhig ist unsere Seele…“
Der Erzählsalon lädt Menschen ein zum Austausch über Sterben, Tod und Trauer. Die Journalistin Annette Hager moderiert diesen Mitsprech-Abend. Jede*r ist eingeladen, das zur Sprache zu bringen, was sie oder ihn mit Blick auf unsere Themen bewegt. Als Besucher*in darf man natürlich auch einfach „nur“ zuhören. Die Erzählrunde bereichern Katharina Ruth (Hospiz- und Palliativbeauftragte der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal) und Erhard Ufermann (ehem. Pfarrer der Ev. Citykirche Elberfeld, Ex-Gefängnisseelsorger, Musiker, Gründer der bandfabrik u.v.m.). Eine Kooperation mit dem Kath. Bildungswerk W/SG/RS
Eintritt frei

Eine Gemeinschaftsproduktion von
Unterstützt von

Bildrechte: Movie in Motion, Detlef Bach, Bettina Osswald, Heilkünstlerei

Ein ehemaliger Blumenladen am Ev. Friedhof Hugostraße zwischen Wichlinghausen und Barmen wurde 2021 zur HEILKÜNSTLEREI. Der an einen Pavillon erinnernde wunderschöne Bau liegt unterhalb des Nordparks an der Ecke Hugostraße / Waisenstraße.

Mit dem ÖPNV ist die HEILKÜNSTLEREI über die Buslinien 612, 622, 624 und 632 zu erreichen (Haltestelle „Klingelholl“).

Wir danken dem Christlichen Friedhofsverband Wuppertal für die unkomplizierte und freundliche Kooperation in der HEILKÜNSTLEREI